hey.
ja der schnee ist wieder weg. maşallah. was so viel heißt wie: gott sei dank. dafür ist der frühling so über nacht gekommen. das passt schon so.
die erste woche arbeit war ganz fein und auch sehr ruhig. also es ist nicht gerade stressig dort. ich arbeite mit migrantInnen und zwar hauptsächlich mit frauen aus afrika, iran und iraq. männer gibts schon auch, aber eben weniger. ein wenig zach und auch sehr beeindruckend ist zu sehen wie wenig diese leute haben. als der große schnee da war in der stadt sind manche von denen mit schlapfen draußen herumgestapft, weil sie eben keine richtigen schuhe haben. auch ist es so, dass viele von ihnen so ne art wohngemeinschaft haben. bei ihnen heißt das, dass sie zu fünft bis zu zehnt in einem zimmer leben. meist dann auch noch mit kindern oder sie sind grad schwanger. beeindruckend ist dabei, dass sie dennoch weiter kämpfen und mit den wenigen mitteln irgendwie versuchen zu überleben.
hier setzt auch meine arbeit an: also sie gibt so ne art finanzielle hilfe sowie med. hilfe in manchen belangen. aber auch nicht immer und bei allen sachen. so gibt es essenskupons zweimal im monat mit reis, öl, zucker, tee, und so zeugs (den können sie bei einem händler um die ecke einlösen). ja und dann geben sie meds her oder bezahlen schon mal eine arztrechnung (weil versichert ist auch nicht jeder hier.... das ist schon eher luxus). weiters arbeit ich montags immer in einer gruppe für mütter und ihre kinder mit. dort wird unter anderem gespielt und halt auch mit den müttern geredet und versucht zu erklären, dass nur süßes auch nicht so gesund und gut für ein kind ist. das hört sich für unser einer ev. blöd an, aber sie wissen es wirklich nicht, dass die ernährung sehr wichtig ist für die gesundheit. ab und an mach ich hausbesuche, bei denen ich mich mit den leuten bei ihnen zu hause treff und schau was sie brauchen. sprich da nehm ich mir halt zeit, um mit ihnen über ihre sorgen und probleme zu reden. sozialarbeiterzeugs eben :) ja und damit mir nicht fad wird, hab ich mich um extra arbeit bei der organisation umgesehen. nämlich werd ich so ne art konzept für die bestehende organisation schreiben. weil sowas haben sie nicht und das wär ganz gut hab ich mal gemeint.
meinen türkisch kenntnissen gehts noch nicht so toll. werd aber nächste woche mit einem kurs anfangen und hoffentlich auch bald jemanden zum tandem lernen finden. dann müsst das gröbste schon gehen.
die türken und Innen an sich sind zum teil voll nett und zuvorkommend und freundlich und bemüht und sehr interessiert woher man kommt und so fort (z.b. wird beim busfahren die elektronische karte in form eines schlüsselanhängers mal quer durch den überfüllten bus von hand zu hand weiter gereicht und sie kommt auch tatsächlich wieder bei der person an, die ihn zuvor abgegeben hat) genau und zum anderen teil sind sie doch sehr stur, also was mal ihre türkischen gschichten so betrifft. weil klar ist es toll dass jetzt in den iraq einmarschiert wird und so fort. das ist dann oft mal ein wenig schwer nachzuvollziehen.
heute hätte ich mal wieder einen briefkasten gesucht. ha. aber solche dinger gibts genauso selten wie arbeit für migrantInnen. nämlich ca. drei stück in ganz istanbul. für manche leute ist das dann eine busreise von ner halben stunde um zur post zu kommen und einen brief aufzugeben. nicht für mich, da ich ja mitten drin wohn. also türkisch wohn ich niemals. das könnt sich ein durchschnittstürke nie und nimmer leisten. traurig aber wahr.
witzig ist noch ihre art müll zu entsorgen und besser gesagt diesen wieder zu verwerten. also mülltrennung an sich gibts ja nicht. dafür jedoch gibt es massig männer, die mit schubkarren durch die straßen ziehen oder mit riesigen säcken am rücken und stets immer nur eine art von müll einsammeln. da gibts welche die nur papier sammeln oder eben nur plastikflaschen oder metall oder computerbildschirme und dann wird das zeug wieder irgendwohin transportiert und weiter vercheckt. weil die städtische müllabfuhr würd niemals mit dem berg an müll zurecht kommen. auf diesem weg funkts aber ganz gut wie es scheint.
soda. beim nächsten mal gibts auch wieder fotos.
alles liebe
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