hello alle beisammen.
also wie soll ich es sagen, ohne dass es ganz bloed rueber kommt. mhh.
ich bin nur mehr drei tage in der arbeit und hatte heute ein gespraech mit einem klienten von mir. er lebt mit seiner frau und seiner eineinhalb jaehrigen tochter in einer mini wohnung voll mit schimmel und wasserschaeden. hab die `wohnung` mal besucht und mir angeschaut, wie die leute hier so leben. nicht schoen leben viele von ihnen. rufus kommt aus nigeria. sein land hat er vor vielen jahren verlassen, weil er keine arbeit finden konnte und nicht mehr wusste, wie er sein leben meistern solle. also ab ins ausland und dort das glueck suchen. nur das glueck hat ihn grad ein wenig verlassen. besser gesagt seit laengerer zeit schon. seitdem er probleme mit den knien hat, kann er auch nicht mehr so viel arbeiten wie er moechte und das geld fehlt an allen ecken.
klar, ich als angehender sozialarbeiter ueberleg dann halt, wie er sich selber helfen kann bla bla. aber zur zeit kann er sich nicht mehr helfen. er hat so ziemlich alles probiert, aber jetzt hat er einfach angst um die gesundheit seiner tochter und versucht eine neue wohnung zu finden. dies waer jetzt gar nicht so schwierig, aber auch hier braucht er geld. geld das nicht vorhanden ist.
meine versuche zu ergruenden, wo er eventuell noch ressourcen versteckt hat, die er noch nicht gekannt hat oder vergessen hat etc. sind nicht so erfolgreich gewesen. in seinem fall gibts einfach grad nix anderes was helfen koennt ausser geld. ha. und das aus dem mund eines angehenden na ihr wisst schon.
ich bin halt ziemlich am hadern ob ich ihm geld geben soll. es wuerde mir jetzt nicht wirklich fehlen, aber ich will ihm auch nicht die ganze summe geben, die er braeuchte. achherrje.
ich will hier keinen spendenaufruf taetigen, auch wenns vielleicht so klingt... ich denk ich werd ueber so sozialarbeitergschichteln meine meinung mal fuer kurze zeit aendern und ihm mit geld helfen. ich weiss, dass er wahrscheinlich in ein paar wochen wieder genau dort ist, wo er jetzt im moment um hilfe bittet. aber: naja. prinzipien kann ich aendern und damit ihm vielleicht ein bisschen weiter helfen. ich glaub es bringt mir grad nix, wenn ich sage ach ich bin ja sozialarbeiter und muss den leuten zeigen, wie sie sich selber wieder helfen und und und... tja und er hat auch mal zu mir gesagt, dass es gut tut, einfach mal zu plaudern ueber einen selbst, aber leider kann er damit seine tochter nicht ernaehren. und sich und seine frau auch nicht.
das ist leider oefters hier bei meiner arbeit so. dass die leute einfach gar nix mehr haben, woraus sie noch ressourcen schoepfen koennten und sie wirklich das notwendigste brauchen. dafuer kommen sie zu uns. um essen, medizin und geld zu bekommen. geld gibts im grunde nie. nur in aeussersten notfaellen und auch dieser pot ist sehr begrenzt. mhh.
ich wollt das hier schreiben, um euch bei meinen hadereien und ueberlegungen teilhaben zu lassen und auch, (tja jetzt ist es doch noch ein kleiner spendenaufruf geworden) falls jemand grad nicht fuer burma spenden will, dass er oder sie das hier machen kann. den leuten hier in istanbul gehts auch manchmal nicht besser als jenen, die von naturkatastrophen heimgesucht wurden. und auch hier ist es so, dass jeder kleine beitrag helfen kann.